Meditation

Meditation: Warum Ruhe mehr als Nichtstun ist

Welche Mutter kennt es nicht?

Du hast dir den ganzen Tag gewünscht, einfach mal fünf Minuten deine Ruhe zu haben. Nicht angesprochen werden. Nicht gebraucht werden. Nicht „Mamaaaa“. Nicht überlegen, wann das Kind zuletzt gegessen hat, wo diese eine Socke abgeblieben ist und warum schon wieder irgendwas auf dem Boden klebt.

Einfach kurz Ruhe.

Und dann ist sie plötzlich da. Vielleicht schläft dein Kind. Vielleicht ist es mit Papa unterwegs. Vielleicht hast du tatsächlich diesen seltenen Jackpot geknackt und sitzt einfach mal alleine auf dem Sofa.

Und dann passiert etwas ziemlich Bescheuertes: Es ist ruhig. Aber du bist es nicht.

Dein Körper sitzt auf dem Sofa, aber dein Kopf rennt noch drei Straßen weiter. Was muss ich morgen machen? Habe ich eigentlich die Waschmaschine angemacht? Ich müsste noch diese Nachricht beantworten. Was essen wir später? Warum war ich heute eigentlich so gereizt? Scheiße, ich wollte doch noch was für den nächsten Kindergeburtstag bestellen.

Und plötzlich merkst du: Nur weil um dich herum niemand mehr etwas von dir will, heißt das noch lange nicht, dass es in dir ruhig geworden ist.

Und genau hier beginnt für mich Meditation. Nicht bei Räucherstäbchen. Nicht beim perfekten Schneidersitz. Und auch nicht bei dem Versuch, zehn Minuten lang an absolut gar nichts zu denken. Sondern genau dort, wo du zum ersten Mal bemerkst:
Es ist außen gerade komplett ruhig und in mir drin ist trotzdem Jahrmarkt.

Was ist Meditation eigentlich?

Wenn man Meditation ganz nüchtern betrachtet, ist sie zunächst eine Form von Aufmerksamkeitstraining. Du richtest deine Aufmerksamkeit bewusst auf etwas Bestimmtes. Zum Beispiel auf deinen Atem, deinen Körper, ein Mantra, Geräusche oder einfach auf das, was gerade in dir auftaucht.

Und wenn deine Gedanken abschweifen? Dann hast du nicht versagt. Dann meditierst du. Denn Meditation bedeutet nicht unbedingt, keine Gedanken mehr zu haben. Sie bedeutet unter anderem, zu bemerken, dass du gerade einem Gedanken gefolgt bist, und deine Aufmerksamkeit wieder zurückzubringen. Immer wieder.

Das klingt erst mal ziemlich unspektakulär, aber tatsächlich passiert beim Meditieren auch in deinem Gehirn etwas. Deine Aufmerksamkeit verändert sich, bestimmte Bereiche des Gehirns arbeiten anders zusammen und dein gesamtes System bekommt die Möglichkeit, nach und nach runterzufahren. Meditation ist also nicht einfach nur stilles Dasitzen und Atmen, sondern kann tatsächlich beeinflussen, wie wir mit Gedanken, Stress und innerer Unruhe umgehen.

Und wenn du darüber nachdenkst, ist genau das im Mama-Alltag unfassbar wertvoll. Denn wie oft sind wir körperlich an einem Ort und gedanklich schon bei den nächsten fünf Dingen? Wir füttern unser Kind und planen nebenbei das Abendessen. Wir duschen und führen währenddessen ein Gespräch weiter, das gestern stattgefunden hat. Wir liegen abends endlich im Bett und unser Gehirn denkt sich: Ach schön, endlich Zeit. Dann könnten wir ja jetzt noch einmal ALLES durchgehen.

Meditation unterbricht dieses permanente Weiter. Nicht unbedingt sofort. Aber immer wieder.

Warum Meditation gerade für Mütter so wertvoll sein kann

Ich glaube, wir verwechseln Ruhe unglaublich oft mit Abwesenheit von Aufgaben.

Wenn endlich nichts mehr zu tun ist, dann entspanne ich mich. Wenn das Kind schläft, dann komme ich runter. Wenn der Haushalt erledigt ist, dann nehme ich mir Zeit für mich. Wenn ich Urlaub habe, dann erhole ich mich.

Das Problem? Unser Inneres funktioniert nicht wie ein Lichtschalter.

Du kannst nicht den ganzen Tag von Reiz zu Reiz springen, ständig reagieren, organisieren, tragen, entscheiden und funktionieren und dann erwarten, dass dein gesamtes System in dem Moment sagt: Ah, 20:37 Uhr. Das Kind schläft. Alles klar. Tiefenentspannung.

Schön wär’s.

Gerade wenn du über Stunden angespannt, überreizt oder gedanklich ständig beschäftigt warst, kann diese innere Aktivität weiterlaufen, obwohl außen längst Ruhe eingekehrt ist. Und vielleicht kennst du genau das. Du bist todmüde und kannst trotzdem nicht abschalten. Du hast endlich Zeit für dich und weißt überhaupt nicht, was du mit dir anfangen sollst. Oder du greifst sofort zum Handy, weil echte Stille sich fast ungewohnt anfühlt.

Meditation kann hier einen Zwischenraum schaffen. Einen Moment, in dem du nicht sofort wieder etwas konsumierst, erledigst, beantwortest oder löst. Sondern erst einmal bemerkst: Was ist eigentlich gerade in mir los?

Wieso Meditation manchmal zuerst alles andere als entspannend ist

Und jetzt kommt etwas, das ich unglaublich wichtig finde.

Vielleicht hast du schon einmal versucht zu meditieren. Du hast dich hingesetzt. Augen zu. Schöne Musik an. Vielleicht dachtest du: So. Jetzt werde ich entspannt.

Und dann: Gedanke. Gedanke. Gedanke. Juckt meine Nase? Was koche ich morgen? Oh Gott, ich muss noch XY machen. Warum denke ich eigentlich gerade daran? Konzentrier dich. Scheiße, jetzt denke ich darüber nach, dass ich nicht denken soll.

Ich geh kaputt.

Und irgendwann öffnest du die Augen und denkst: Meditation kann ich einfach nicht.

Doch.

Vielleicht hast du in diesem Moment sogar etwas unglaublich Wichtiges erlebt. Du hast zum ersten Mal gehört, wie laut es in dir eigentlich ist.

Im Alltag fällt uns das oft gar nicht auf, weil ständig etwas passiert. Das Handy klingelt. Das Kind braucht etwas. Wir räumen auf. Wir sprechen. Wir fahren Auto. Wir hören Musik. Wir scrollen. Dann setzen wir uns hin und plötzlich fehlt die ganze Ablenkung.

Und auf einmal wird sichtbar, was vorher schon da war.

Das bedeutet nicht automatisch, dass Meditation dich unruhiger gemacht hat. Vielleicht bemerkst du die Unruhe einfach zum ersten Mal wirklich. 

Wenn es still wird, darfst du hören, was da ist

Für mich liegt hier eine der tiefsten Ebenen von Meditation. Nicht alles, was in der Stille auftaucht, muss sofort weg. Manches möchte erst einmal gesehen werden.

Vielleicht bemerkst du plötzlich, wie erschöpft du eigentlich bist. Vielleicht merkst du, dass du seit Tagen wütend bist. Vielleicht taucht Traurigkeit auf. Vielleicht spürst du deinen Körper zum ersten Mal wieder richtig und stellst fest, dass deine Schultern gefühlt an deinen Ohren kleben. Vielleicht merkst du auch einfach: Ich brauche gerade etwas. Und ich habe seit Tagen nicht einmal darüber nachgedacht, was ich eigentlich brauche.

Das ist für mich nicht das Scheitern der Meditation. Das kann ein Teil ihres Wertes sein. Denn wie willst du etwas verändern, das du die ganze Zeit überrennst?

Meditation kann dir einen Raum geben, in dem du nicht sofort reagieren musst. Du darfst erst einmal wahrnehmen: Da ist ein Gedanke. Da ist Anspannung. Da ist Wut. Da ist Angst. Da ist Müdigkeit. Da bin ich.

Dieses Wahrnehmen kann schon unglaublich kraftvoll sein.

Wie funktioniert Meditation?

Das Spannende ist: Du brauchst dafür eigentlich erstaunlich wenig. Du brauchst keinen Meditationsraum. Kein besonderes Kissen. Keine Stunde Zeit. Und du musst auch nicht morgens um fünf Uhr aufstehen und vor Sonnenaufgang dein spirituellstes Leben leben.

Für den Anfang reichen ein paar Minuten. Setz oder leg dich bequem hin. Schließ die Augen, wenn sich das für dich gut anfühlt, und dann richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem. Nicht verändern. Erst einmal nur bemerken. Einatmen. Ausatmen. Spüre die Luft in deiner Nase. Fühle, wie sich dein Bauch hebt und wieder senkt.

Und wahrscheinlich dauert es ungefähr sieben Sekunden, bis du über irgendetwas völlig anderes nachdenkst. 

Herzlichen Glückwunsch. Du bist ein Mensch.

Sobald du bemerkst, dass du abgeschweift bist, kommst du wieder zurück. Nicht genervt und nicht mit: „Boah, ich kann das einfach nicht.“ Sondern einfach: Ah, da war gerade ein Gedanke. Und zurück zum Atem. Genau dieses Zurückkommen ist ein wichtiger Teil der Übung.

Wo kann man meditieren?

Überall dort, wo du für einen Moment sicher und wenigstens halbwegs ungestört sein kannst. Und ich sage bewusst nicht: völlig ungestört. Denn wir reden hier über Mütter.

Wenn wir darauf warten, dass niemand etwas möchte, die Wohnung vollkommen still ist, alle Aufgaben erledigt sind und wir zufällig noch 45 Minuten übrig haben, meditieren wir wahrscheinlich 2043 zum ersten Mal.

Du kannst auf dem Sofa meditieren. Im Bett. Auf dem Boden. Im Auto, natürlich nur wenn du nicht fährst. Draußen im Garten. Auf dem Balkon. Oder für drei Minuten auf einer Decke im Kinderzimmer, während dein Kind neben dir spielt.

Es muss nicht perfekt sein. Es muss nur machbar sein.

Manchmal kann sogar eine kurze Meditation mitten im echten Leben wertvoller sein als der Plan, irgendwann die perfekte Meditationsroutine aufzubauen, die niemals stattfindet.

Wie lange sollte man meditieren?

Auch hier machen wir Menschen gerne sofort ein Projekt daraus. 30 Minuten täglich. Am besten morgens. 365 Tage. 

Nein.

Wenn du gerade anfängst, können drei Minuten reichen. Wirklich. Drei Minuten, in denen du nichts leisten musst. Drei Minuten Atem. Drei Minuten Körper wahrnehmen. Drei Minuten nicht sofort jedem Gedanken hinterherrennen.

Wenn irgendwann fünf daraus werden: schön. Zehn? Auch schön. Aber fünf Minuten Meditation, die tatsächlich stattfinden, sind für mich wertvoller als eine halbe Stunde, die seit vier Monaten in deinem perfekten Morgenroutine-Plan steht.

Und wenn du das Gefühl hast, dass es dir leichter fallen könnte, wenn dich jemand dabei ein bisschen an die Hand nimmt, dann lies unbedingt bis zum Ende weiter. Da wartet noch etwas auf dich. 💛

Wer sollte meditieren?

Grundsätzlich kann Meditation für jeden Menschen interessant sein. Aber ich finde sie besonders wertvoll für Menschen, die merken: Mein Kopf hört eigentlich nie auf. Ich bin ständig bei der nächsten Sache. Ich bin schnell überreizt. Ich kann schlecht abschalten. Ich habe das Gefühl, mich selbst irgendwo zwischen Alltag, Verantwortung und Erwartungen verloren zu haben.

Und ja. Gerade deshalb denke ich dabei so sehr an Mütter.

Weil Mutterschaft wunderschön sein kann und gleichzeitig bedeutet, dass deine Aufmerksamkeit teilweise gefühlt in hundert Richtungen gleichzeitig gezogen wird.

Meditation schenkt dir nicht automatisch ein ruhiges Kind. Sie macht die Wäsche nicht. Sie beantwortet keine WhatsApp-Nachrichten. Sie räumt auch nicht deine Küche auf. Leider.
Wäre ein Verkaufsargument.

Aber sie kann etwas anderes tun: Sie kann dir helfen, mitten in all dem wieder Kontakt zu dir aufzunehmen.

Wofür ist Meditation gut?

Wenn du mich fragst, wofür Meditation gut ist, könnte ich wahrscheinlich einen ganzen Blogartikel nur über diese eine Frage schreiben. Denn Meditation kann so viel mehr sein als einfach nur ein Weg, um ein bisschen ruhiger zu werden.

Sie kann dir helfen, aus diesem permanenten Gedankenkarussell auszusteigen, Stress anders wahrzunehmen, dich selbst wieder besser zu spüren und überhaupt erst einmal mitzubekommen, was eigentlich in dir los ist. Sie kann ein Raum sein, in dem plötzlich Lösungen auftauchen, nach denen du vorher krampfhaft gesucht hast. Weil du deine eigene Stimme zwischen all dem Lärm wieder hören kannst.

Und für mich persönlich geht Meditation sogar noch tiefer. Menschen meditieren seit Jahrtausenden in den unterschiedlichsten Kulturen und religiösen Traditionen. Manche nennen das, was sie in dieser Stille suchen oder finden, Gott. Andere sprechen vom Universum, von Bewusstsein, von ihrer Intuition oder einfach von ihrem tiefsten Inneren. Du kannst in Meditation beten, Fragen stellen oder einfach nur da sein. Was du darin findest und wie du es für dich benennst, darf dabei ganz allein deins sein.

Und gleichzeitig finde ich wunderschön, dass Meditation nicht nur auf dieser persönlichen oder spirituellen Ebene stattfindet. Auch wissenschaftlich wissen wir inzwischen, dass Meditation tatsächlich etwas mit uns macht. Sie kann beeinflussen, wie wir unsere Aufmerksamkeit lenken, wie wir mit Stress und belastenden Gedanken umgehen und wie bewusst wir unsere eigenen Gefühle und Reaktionen wahrnehmen. Meditation ist also nicht einfach nur stilles Dasitzen und Atmen. Unser Gehirn und unser Körper reagieren tatsächlich darauf.

Trotzdem möchte ich daraus kein Wunderwerkzeug machen. Meditation ist kein magischer Resetknopf und sie verhindert auch nicht, dass das Leben manchmal komplett eskaliert. Sie bedeutet auch nicht, dass du irgendwann so tiefenentspannt bist, dass dein Kind den Joghurt auf den frisch gewischten Boden kippt und du lächelnd denkst:
„Wie schön. Vergänglichkeit.“ 

Nein. Du darfst weiterhin genervt sein.

Der Unterschied kann an einer ganz anderen Stelle entstehen. Vielleicht bemerkst du irgendwann ein kleines bisschen früher, dass du gerade hochfährst. Vielleicht erkennst du einen Gedanken als Gedanken, anstatt ihn sofort für die absolute Wahrheit zu halten. Vielleicht spürst du schneller, dass dein Körper gerade komplett angespannt ist. Oder du erkennst plötzlich, dass hinter deiner Wut eigentlich etwas ganz anderes steckt.

Und genau dadurch kann zwischen dem, was passiert, und deiner Reaktion darauf ein winziger Moment mehr Raum entstehen.

Und manchmal verändert genau dieser winzige Moment unglaublich viel.

Meditation bedeutet nicht, deine Gedanken auszuschalten

Das möchte ich wirklich fett unterstreichen. Denn dieser Mythos hält so viele Menschen davon ab, überhaupt anzufangen.

Du musst beim Meditieren nicht aufhören zu denken.

Unser Gehirn produziert Gedanken. Das ist sein Job. Meditation bedeutet nicht, dass dein Kopf plötzlich leer wird. Es geht vielmehr darum, eine andere Beziehung zu dem zu entwickeln, was dort auftaucht.

Stell dir vor, deine Gedanken wären Autos auf einer Straße. Normalerweise springst du bei jedem Auto, das vorbeikommt, einfach rein und fährst mit. Da kommt zum Beispiel der Gedanke: 

„Mist, ich habe die Zwiebeln im Kofferraum vergessen.“ Und zack, sitzt du drin. Dann bemerkst du, dass es anfängt zu schütten.“Wo ist eigentlich der Regenschirm? Ach stimmt, den hatte ich zum Einkaufen mitgenommen. Scheiße der liegt unter dem Beifahrersitz!!! Aber dann kann ich auch gleich schauen, ob da der Käse hingefallen ist. Ich muss unbedingt noch Milch holen. Und eigentlich auch noch Windeln. Der Wievielte ist heute eigentlich? Oh Gott, ich habe Sabines Geburtstag vergessen! Maaaaaann.“

Und genau in diesem Moment denkst du vielleicht: Wie um alles in der Welt soll ich denn mit diesem Kopf meditieren?

Aber genau darum geht es.

Beim Meditieren übst du nach und nach, nicht mehr in jedes dieser Autos einzusteigen und kilometerweit mitzufahren. Du bemerkst irgendwann einfach: „Ah, ich denke gerade.“ Und dann kommst du wieder zurück zu deinem Atem. Vielleicht sitzt du zehn Sekunden später schon wieder im nächsten Auto. Auch völlig okay. Du bemerkst es wieder und kommst zurück. Zum Atem. Zu deinem Körper. Zu diesem Moment.

Und je öfter du das machst, desto besser lernst du deine eigenen Gedanken überhaupt erst kennen. Du bemerkst vielleicht schneller, wann du dich in einem Gedanken verlierst, wann aus einem kleinen Gedanken plötzlich eine ganze Geschichte wird und wann dein Kopf wieder versucht, fünf Probleme gleichzeitig zu lösen. Du lernst nicht, sofort deine Gedanken auszuschalten. Du lernst zunächst vielmehr, sie wahrzunehmen, ohne automatisch jedem einzelnen folgen zu müssen.

Meditation muss nicht perfekt sein, um etwas zu bewirken

Vielleicht ist das sogar das Wichtigste, was ich dir mitgeben möchte: Hör auf, Meditation danach zu beurteilen, ob du dich währenddessen perfekt entspannt hast, dein Kopf endlich still war und du für zwanzig Minuten keinen einzigen Gedanken hattest. Denn genau diese Erwartung sorgt schnell dafür, dass du denkst: „Ich kann das einfach nicht.“

Natürlich darf Meditation wunderschön sein. Du kannst dich danach ruhig, weich und unglaublich verbunden fühlen. Aber manchmal ist Meditation unbequem. Laut. Unruhig. Emotional. Manchmal möchtest du nach zwei Minuten wieder aufstehen.

Das bedeutet nicht, dass du schlecht meditiert hast. Vielleicht hast du in diesen zwei Minuten einfach zum ersten Mal wirklich mitbekommen, wie viel gerade in dir los ist. Und auch das gehört dazu.

Fazit: Vielleicht brauchst du nicht mehr Ruhe um dich herum, sondern mehr Raum in dir

Natürlich brauchen Mütter echte Pausen, Unterstützung, Schlaf, Zeit ohne Kind und Entlastung.

Meditation darf niemals die Antwort auf strukturelle Überforderung sein, nach dem Motto: Du bist völlig überlastet? Dann meditier halt mehr.

Nein.

Aber ich glaube, wir verwechseln trotzdem ziemlich oft zwei Dinge miteinander: Ruhe haben und innerlich ruhig sein.

Denn nur weil gerade mal niemand etwas von dir möchte, heißt das noch lange nicht, dass es in dir plötzlich leise wird. Du kannst dich aufs Sofa legen, die Augen schließen und körperlich komplett still sein und währenddessen läuft dein Kopf einfach weiter. Und weiter. Und weiter.

Und genau da liegt für mich der Unterschied.

Meditation soll nicht dafür sorgen, dass du dein Leben besser aushältst. Sie kann dir dabei helfen, überhaupt wieder mitzubekommen, wie es dir in diesem Leben eigentlich gerade geht.

Was denke ich die ganze Zeit? Was beschäftigt mich? Was schiebe ich weg? Warum bin ich eigentlich so angespannt? Und was davon bekomme ich im normalen Alltag überhaupt noch mit?

Vielleicht setzt du dich hin und es wird ruhig. Vielleicht setzt du dich hin und merkst erst einmal, wie unfassbar laut es in dir eigentlich ist.

Beides ist Meditation.

Und vielleicht ist genau diese Erkenntnis schon viel wichtiger, als nach zehn Minuten völlig tiefenentspannt wieder aufzustehen.

Denn wie willst du etwas verändern, das du im ganzen Trubel überhaupt nicht mehr wahrnimmst?

Fang einfach an.

Setz dich für ein paar Minuten hin. Mach die Augen zu. Atme. Und schau mal, was passiert.

Und dann bleibst du einen Moment da. Bei dir.

In Liebe

Vanessa

 

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In Liebe

Vanessa

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