Rauhnächte Anleitung: Kleine Rituale, die tief berühren
Meine persönlichste Rauhnächte Anleitung beginnt mit einem Satz, der mich selbst völlig überrascht hat.
„Papa, du glaubst es nicht, ich werde ein Baby bekommen.“
Ich hielt die Hand meines verstorbenen Vaters. Und plötzlich war da etwas ganz Warmes, Weiches zwischen uns.
Das Verrückte an diesem Satz?
Zu diesem Zeitpunkt war ich noch gar nicht schwanger.
Wenn du jetzt denkst: „Okay, Vanessa, wie sind wir denn bitte hier gelandet?“ Verstehe ich. Dafür muss ich ein bisschen ausholen.
Denn die Rauhnächte begleiten mich seit Jahren. Aber die Rauhnächte zum Jahreswechsel 2023/24 haben einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen.
Ich möchte dir davon erzählen. Und dir gleichzeitig zeigen, wie du diese Zeit für dich gestalten kannst. Auch als Mama. Auch mit wenig Zeit.
Hier findest du eine einfache Rauhnächte Anleitung mit dreizehn Wünschen, Räuchern, einem Traumtagebuch und meinem ganz persönlichen Rauhnächteglas.
Dafür brauchst du weder ein perfekt eingerichtetes Meditationszimmer noch einen Großeinkauf im Spiritualitätsladen.
Was du brauchst, ist ein bisschen Zeit. Und vielleicht die Bereitschaft, für einen Moment hinzuhören.
Was sind die Rauhnächte eigentlich?
Die Rauhnächte sind eine besondere Zeit rund um den Jahreswechsel.
Diese besondere Zeit wurde von unseren germanisch/keltischen Vorfahren, aber auch von vielen anderen Kulturen zelebriert.
Zum Brauchtum gehören das Räuchern, das Beobachten von Träumen und Zeichen sowie Vorstellungen von einer besonderen Nähe zur Geisterwelt. Heute nutzen viele Menschen diese Zeit außerdem für Rückblick, innere Einkehr und eine bewusste Ausrichtung auf das neue Jahr.
Vielleicht hast du schon einmal gehört, dass während der Rauhnächte die Schleier zur Anderswelt dünner sein sollen.
Ich mag dieses Bild sehr.
Dass zwischen all den Terminen, Einkaufslisten und Dingen, an die wir noch denken müssen, etwas durchscheinen darf, das wir im normalen Alltag leicht überhören.
Für mich haben die Rauhnächte seit vielen Jahren eine tiefe spirituelle Bedeutung. Ich begegne ihnen mit offenem Herzen und der Überzeugung, dass es mehr gibt als das, was sich auf Anhieb erklären lässt.
Woher kommt die Zeit „zwischen den Jahren“?
Sonne und Mond folgen unterschiedlichen Rhythmen. Ein Mondjahr und ein Sonnenjahr sind deshalb nicht gleich lang. Die
Differenz von 12 Tagen bzw. 13 Nächten wird mit der Vorstellung einer besonderen Zwischenzeit verbunden.
Die Rauhnächte stehen sinnbildlich an dieser Schwelle: nicht mehr ganz im Alten und noch nicht ganz im Neuen.
Eine Zeit zwischen den Zeiten. Eine Welt zwischen den Welten.
Eine besonderer Übergang: eine Zeit, die sinnbildlich außerhalb der gewohnten Ordnung liegt.
Das alte Jahr klingt langsam aus. Das neue ist noch nicht ganz da.
Wann beginnen die Rauhnächte? Der Ablauf dieser Anleitung

Meine Vorbereitung beginnt am 21. Dezember zur Wintersonnenwende. An diesem Tag schreibe ich meine Wünsche auf.
Was soll gehen? Was wünsche ich mir wirklich? Und was steht nur deshalb auf meiner inneren Liste, weil ich denke, ich müsste es wollen?
Für diese Anleitung beginnen die zwölf täglichen Rituale mit der Nacht vom 24 auf den 25. Dezember und enden am 6. Januar.
Der Ablauf auf einen Blick:
| Wann? | Was steht an? |
|
21. Dezember |
Dreizehn Wünsche aufschreiben und dein Glas vorbereiten (dazu später mehr) |
|
25. Dezember bis 5. Januar |
Jeden Abend einen Wunsch ungelesen verbrennen |
|
25. Dezember bis 6. Januar |
Morgens die Träume der jeweiligen Rauhnacht notieren |
|
6. Januar |
Den letzten Wunsch öffnen und die Zeit bewusst abschließen |
Meine Rauhnächte 2023: Als aus Wünschen etwas sehr Persönliches wurde
Ich hatte die Rauhnächte schon einige Jahre für mich gestaltet, als ich sie 2023 zum ersten Mal gemeinsam mit meinem Partner erlebte.
Wir waren damals erst wenige Monate zusammen.
Mir war wichtig, ihm zu erklären, welche Bedeutung diese Zeit für mich hat. Wie machtvoll ich sie erlebe. Und dass ich meine Wünsche deshalb mit Sorgfalt aufschreibe.
Dahinter steckt für mich auch die Frage: Bin ich wirklich bereit, diesem Wunsch Platz in meinem Leben zu geben?
Ich bestelle mir für die Rauhnächte jedes Jahr gern ein zusammengestelltes Paket. Auch damals hatten wir eines mit verschiedenen Räucherwerken, Anleitungen und Meditationen.
Ich liebe es, wenn die Dinge schon bereitliegen und ich mich auf das Ritual einlassen kann, statt mir vorher alles einzeln zusammenzusuchen.
Dazu kamen unsere eigenen Ideen.
Wir haben das wirklich zelebriert. Uns Zeit genommen, geräuchert und uns auf diese besondere Stimmung eingelassen.
Dann kam Silvester.
Eine Seele, die sich auf unterschiedliche Weise zeigte
Ich arbeitete damals in einem Haus, in dem Menschen bei persönlichen und spirituellen Prozessen begleitet wurden. Mit anderen Mitarbeitern wohnte ich in einer WG.
Während wir den Jahreswechsel zu Hause verbrachten, fand an meinem damaligen Arbeitsplatz eine Silvesterzeremonie mit tiefer Trance statt.
Als ich am nächsten Tag zur Arbeit kam, erzählten mir die anderen davon.
Mehrere Teilnehmer hatten unabhängig voneinander wahrgenommen, dass sich eine Seele ankündigte. Ein Kind, das sich auf den Weg machte, geboren zu werden.
Die Wahrnehmungen waren unterschiedlich: Eine Person berichtete davon, ein Kind geboren zu haben. Eine andere hatte das Gefühl gehabt, es im Arm zu halten. Wieder jemand hatte sich als schwanger erlebt.
Beim anschließenden Austausch hatten sie ihre Erlebnisse miteinander verbunden. Für sie ergab sich daraus das gemeinsame Gefühl: Da kündigt sich ein Kind an.
Bei dieser Zeremonie war ich nicht dabei gewesen und hatte selbst nichts davon wahrgenommen.
Und trotzdem fühlte ich mich beim Zuhören unglaublich angesprochen.
Es gab mehrere Frauen in unserem Umfeld, die hätten schwanger werden können. Trotzdem ließ mich diese Erzählung nicht los.
Als ich meinem Partner davon berichtete, erzählte er mir von seinem eigenen Traum aus derselben Nacht.
Er hatte Dienst und war nicht bei mir gewesen. Von den Erlebnissen in der Zeremonie wusste er nichts.
In seinem Traum hatte er eine Art Lichtflur gesehen. Eine Seele war auf ihn zugekommen und hatte sich ihm vorgestellt.
Oh mein Gott.
Natürlich machte das etwas mit mir. Ich konnte es nicht erklären. Aber ich spürte, dass es etwas in mir berührte.
Aber bevor ich dir erzähle, wie die Geschichte weitergeht, hier erst mal ein paar praktische Tipps für deine eigenen Rauhnächte.
Rauhnächte Anleitung für Mamas: Was du bereitlegen kannst

Nach dieser Geschichte könnte man meinen, man müsse für die Rauhnächte erst einmal zwölf Tage aus dem Familienleben verschwinden.
So sieht mein Leben heute allerdings auch nicht aus.
Deshalb hilft es, die Sachen an einem festen Platz vorzubereiten:
- Dreizehn kleine, möglichst gleichartige Zettel.
- Einen Stift.
- Ein verschließbares Glas für deine Wünsche.
- Ein Journal oder ein vorhandenes Notizbuch.
- Eine große Kerze mit einem standsicheren Halter.
- Eine geeignete feuerfeste Schale für die Wunschzettel.
- Räucherwerk und das dazu passende Zubehör.
- Für mein persönliches Glasritual zusätzlich Glücksbringer, Glitzer und einen Geldschein.
Ich nehme gern eine große weiße Kerze und verwende über die ganze Zeit dieselbe.
[AFFILIATE-LINK: große weiße Ritualkerze]
Ein einziges Journal reicht für deine Abendgedanken und dein Traumtagebuch. Du kannst dafür auch ein Notizbuch verwenden, das du schon hast.
[AFFILIATE-LINK: Journal mit ausreichend freien Schreibseiten]
Wer gern eine vorbereitete Zusammenstellung möchte, findet hier das ausgewählte Rauhnächte-Set. Prüfe die enthaltenen Materialien, damit du Zubehör nicht doppelt kaufst.
[AFFILIATE-LINK: ausgewähltes Rauhnächte-Set mit genauer Inhaltsbeschreibung]
Falls du ein ganz besonders schönes Glas für deine Wünsche kaufen möchtest, hier mein Vorschlag. Natürlich geht aber auch ein einfaches Einmachglas oder ähnliches.
[AFFILIATE-LINK: ausgewähltes Glas für Wünsche]
Schritt 1: Formuliere deine dreizehn Wünsche
Nimm dir vor Beginn etwas Zeit und frage dich:
- Was wünsche ich mir aus tiefstem Herzen?
- Wie möchte ich leben und mich fühlen?
- Welche Veränderung wünsche ich mir für das nächste Jahr?
-
Und welcher Wunsch käme dazu, wenn ich mich nicht sofort selbst ausbremsen würde?
Schreibe jeden Wunsch auf einen eigenen Zettel.
Für mein Ritual formuliere ich die Wünsche in der Gegenwart, als wären sie bereits in Erfüllung gegangen.
Zum Beispiel:
„Ich habe eine liebevolle Verbindung zu mir selbst.“
„Unseren Familienalltag erlebe ich mit mehr Leichtigkeit.“
„Mit meinem eigenen Projekt zeige ich mich mutig.“
Diese Form hilft dir dabei, dich in das gewünschte Leben hineinzufühlen. Was bedeutet Leichtigkeit für mich überhaupt? Wie verhalte ich mich, wenn ich mich traue, sichtbar zu werden?
Das ist für mich ein wichtiger Teil des Manifestierens: den Wunsch so konkret werden zu lassen, dass ich eine Verbindung dazu bekomme und passende Schritte erkennen kann.
Auch materielle Wünsche haben hier Platz
Ja, du kannst dir auch etwas Materielles wünschen.
Ein Zuhause, in dem du dich wohlfühlst. Ein zuverlässiges Auto. Geld für einen Urlaub. Finanzielle Sicherheit.
Ein paar Beispiele in der Gegenwartsform:
„Ich lebe mit meiner Familie in einem hellen Zuhause mit drei Schlafzimmern und einem Garten, in dem wir gern Zeit verbringen.“
„Mein zuverlässiges Familienauto bietet ausreichend Platz für Kindersitz, Kinderwagen und unser Gepäck.“
„Mit 5.000 Euro Rücklagen kann ich unerwartete Ausgaben gelassener bezahlen.“
„Gemeinsam mit meiner Familie verbringe ich eine erholsame Woche am Meer, ohne dafür neue Schulden zu machen.“
Details können helfen, den eigentlichen Wunsch zu verstehen. Dabei darf auch ein genauer Betrag auf dem Zettel stehen.
Prüfe nur kurz: Wünsche ich mir das wirklich? Oder klingt es bloß nach einem Leben, das auf Instagram gut aussieht?
Falte die dreizehn Zettel so, dass du die Wünsche von außen nicht unterscheiden kannst.
[AFFILIATE-LINK: kleine Wunschzettel oder geeignetes Papier]
Warum sind es dreizehn Wünsche?
In jeder der zwölf Nächte wird ein Wunsch ungelesen verbrannt. In der spirituellen Deutung vertraust du ihn dem Universum oder dem Leben an.
Ein Wunsch bleibt übrig.
Diesen öffnest du am Ende und überlegst, wie du selbst zu seiner Verwirklichung beitragen kannst.
Das Ritual verbindet für mich Vertrauen mit eigener Verantwortung. Wünschen und loslassen. Und dort handeln, wo meine eigenen Schritte gefragt sind.
Schritt 2: Mein Rauhnächteglas mit Glücksbringern und Geldschein

Für meine Wünsche habe ich mir vor Jahren ein Glas gekauft, das ich seitdem immer wieder verwende.
Es ist schlicht und süß. Kein spektakuläres Designerstück. Aber inzwischen gehört es einfach dazu.
Neben den gefalteten Wunschzetteln kommen bei mir Glücksbringer, etwas Glitzer und ein Geldschein hinein.
Mit dem Geldschein verbinde ich meine Absicht, finanzielle Fülle anzuziehen. Auch meine Wünsche nach Wohlstand und Sicherheit bekommen hier einen sichtbaren Platz.
Und ja: Bei mir glitzert es dabei.
Spiritualität muss offenbar nicht immer beige sein.
Wenn alles im Glas liegt, streue ich etwas Glitzer drauf und lasse etwas Räucherrauch hineinziehen. Dann verschließe ich es und sage:
„Danke, danke, danke.“
Für mich ist das Verschließen der Moment, in dem ich meine Wünsche ans Universum abgebe und darauf vertraue, dass sie ihren Weg finden.
Das ist meine persönliche spirituelle Praxis.
An den folgenden Abenden öffne ich das Glas dann, um einen gefalteten Wunschzettel zu ziehen.
[AFFILIATE-LINK: schlichtes, verschließbares Glas]
Wie bereits erwähnt eignet sich ebenfalls ein vorhandenes Einmachglas. Die Glücksbringer und der Glitzer sind meine persönliche Ergänzung. Das Wünsche-Ritual funktioniert als Ablauf auch ohne diese Dinge.
Schritt 3: Räuchern vor dem Wünsche-Ritual
Das Räuchern ist für mich ein wesentlicher Teil der Rauhnächte.
Ich beginne damit, mich kurz zu sammeln und meine Kerze anzuzünden. Danach räuchere ich. Erst anschließend folgt das Ritual mit dem Wunschzettel.
In verschiedenen Räuchertraditionen werden unterschiedliche Kräuter, Hölzer und Harze verwendet. Sie haben jeweils eigene symbolische Bedeutungen. Eine überall verbindliche Mischung für jede der zwölf Nächte gibt es allerdings nicht.
Ich beschäftige mich seit Jahren damit und habe inzwischen sehr viele verschiedene Räucherstoffe zu Hause. Qualität ist mir dabei sehr wichtig.
Für den Einstieg wäre so eine Sammlung vermutlich eher eine Überforderung.
Deshalb würde ich mit meinen beiden persönlichen Favoriten beginnen: Salbei und Palo Santo.
Salbei: Für mich steht er an erster Stelle
Salbei wird in spirituellen Räucherpraktiken mit Reinigung, Klärung und dem Loslassen belastender Einflüsse verbunden. Er wird für Räume und in manchen Praktiken auch für das persönliche Energiefeld verwendet.
Für mich steht Salbei beim Räuchern ganz oben. Ich verbinde ihn mit einer tiefen energetischen Reinigung.
[AFFILIATE-LINK: Salbei mit klarer Arten- und Herkunftsangabe]
Palo Santo: Dieser Geruch ist für mich Zuhause

Palo Santo ist ein aromatisches Räucherholz mit südamerikanischen Räuchertraditionen. In spirituellen Anwendungen wird es unter anderem mit Reinigung, Sammlung und der Vorbereitung auf Meditation verbunden.
Was es bei mir auslöst, kann ich viel einfacher beschreiben:
Dieser Geruch bringt mich sofort ins Herz.
Ich werde innerlich weich, fühle mich wohlig und angekommen. Für mich riecht Palo Santo nach Zuhause.
Achte beim Kauf auf nachvollziehbare Angaben zur Holzart und Herkunft.
[AFFILIATE-LINK: Palo Santo mit transparenter Herkunft]
Welche weiteren Kräuter und Harze passen dazu?
Zum Räuchern werden beispielsweise auch Beifuß, Wacholder, Rosmarin und Harze wie Weihrauch verwendet. Welche Bedeutung ihnen zugeschrieben wird, hängt von der jeweiligen Tradition ab.
Ich verwende über die Rauhnächte hinweg verschiedene Räucherstoffe. Mit der Zeit lernt man ihre Unterschiede kennen und entwickelt einen eigenen Zugang.
Für den Anfang reicht eine kleine Auswahl. Wer tiefer einsteigen möchte, kann sie nach und nach erweitern.
Ein zusammengestelltes Set kann dabei hilfreich sein, wenn die Zutaten und ihre Anwendung verständlich erklärt werden.
[AFFILIATE-LINK: Räuchermischungen oder Set mit mehreren Räucherstoffen]
Räucherstövchen, Räucherkohle und Schale
Welche Ausstattung du brauchst, hängt vom Räucherstoff ab.
Ein Räucherstövchen mit Sieb erwärmt geeignete Kräuter oder Harze über einem Teelicht. Achte auf genügend Abstand und die Anleitung des Herstellers.
Für das Räuchern auf Kohle gibt es Räucherkohletabletten, häufig mit einer Vertiefung in der Mitte. Dafür brauchst du ein geeignetes hitzefestes Räuchergefäß und eine isolierende Unterlage, beispielsweise Räuchersand nach Herstellerangabe.
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Die Schale zum Verbrennen deiner Wunschzettel muss wiederum ausdrücklich für diese Hitze geeignet sein.
[AFFILIATE-LINK: feuerfeste Schale für das Wünsche-Ritual]
Wie ich das Räuchern als Mama organisiere

Ich räuchere gern abends. Meine Tochter ist dabei nicht im Haus. Ihr Papa geht mit ihr zum Beispiel eine Runde nach draußen.
Mir ist wichtig, mich in Ruhe durch die Räume bewegen zu können. Deshalb räuchere ich nicht einfach los, während sie im Schlafzimmer schläft.
In meiner persönlichen Praxis beziehe ich die Räume und symbolisch auch mich selbst in die Reinigung ein. Es geht mir dabei um das bewusste Loslassen und einen neuen Anfang.
Ich stelle mir vor, dass der Rauch Belastendes aufnimmt und es beim anschließenden Lüften hinausgetragen wird. Das ist das spirituelle Bild hinter meinem Ritual.
Ich selbst räuchere mit geschlossenen Fenstern, um symbolisch belastende Energien im Rauch zu bündeln. Danach öffne ich alle Fenster weit: Alles, was uns nicht mehr dient, darf mit dem Rauch gehen.
Entscheide das bitte eigenverantwortlich für dich. Es entsteht viel Rauch und geh dabei bitte nicht über deine eigenen tolerierbaren Grenzen.
Rauchmelder stelle ich kurz aus oder alternativ kann man sie mit einer Duschhaube abdecken, denn sie werden Alarm schlagen. Das ist ihr Job 😁 Bitte entscheide das für dich eigenverantwortlich mit Achtsamkeit. Wir wollen alle nicht die Bude abbrennen😅
Meine Tochter kommt erst wieder hinein, wenn die Räucherung beendet, alles sicher erloschen und gründlich gelüftet ist.
Wenn Räuchern für dich überhaupt nicht passt, kannst du die übrigen Schritte trotzdem durchführen. Für mein eigenes Erleben gehört es dazu. Eine kleine Räucherung für dich an der frischen Luft kann eine Alternative sein.
Schritt 4: Verbrenne einen Wunsch, ohne ihn zu lesen
Nach dem Räuchern setze ich mich entspannt zu meiner Kerze und nehme mein Wunschglas zur Hand.
Ich ziehe einen gefalteten Wunschzettel, ohne ihn zu öffnen und lege ihn mit der Hand auf mein Herz. Mit großer Dankbarkeit, dass mein Wunsch sich nun erfüllt gehe ich mit dem Zettel und der Kerze nach draußen. Dort verbrenne ihn vorsichtig in einer geeigneten feuerfesten Schale.
Anschließend sage ich leise oder laut:
„Danke, danke, danke.“
Für mich liegt darin Dankbarkeit und Vertrauen. Ich habe meinen Wunsch ausgesprochen und lasse ihn jetzt los.
Vielleicht bleibst du danach noch einen Moment sitzen. Vielleicht schreibst du direkt in dein Journal.
Es gibt hier keine vorgeschriebene Gefühlslage. Gänsehaut lässt sich schließlich schlecht auf Bestellung liefern.
Manchmal ist es einfach ein kleiner Zettel, der verbrennt. Und vielleicht liegt gerade in der Wiederholung etwas Beruhigendes: dieselbe Kerze, dein Glas, ein kurzer Moment nur für dich.
Schritt 5: Schreibe ins Journal und halte deine Träume fest

Das Journal ist für mich ein wichtiger Teil der Rauhnächte.
Am Abend kannst du dir drei kurze Fragen stellen:
- Was hat mich heute bewegt?
- Wovon möchte ich mich lösen?
- Was möchte ich mitnehmen?
An manchen Tagen entsteht eine ganze Seite. An anderen steht dort vielleicht nur: „Ich bin müde und brauche Ruhe.“
Das zählt.
Lege dein Buch anschließend neben dein Bett. Schreibe morgens möglichst direkt auf, woran du dich aus deinen Träumen erinnerst, denn die Erinnerung verblasst oft schnell.
Vielleicht erinnerst du dich an einen Ort oder eine Begegnung. Vielleicht bleibt auch nur ein Satz oder ein Gefühl.
Halte zunächst fest, was da ist, bevor du versuchst, alles zu deuten.
Welche Rauhnacht steht für welchen Monat?
In einer verbreiteten spirituellen Deutung steht jede der zwölf Nächte symbolisch für einen Monat des kommenden Jahres.
Für den Ablauf dieser Anleitung ergibt sich:
|
Rauhnacht |
Nacht |
Zugeordneter Monat |
|---|---|---|
|
1 |
24./25. Dezember |
Januar |
|
2 |
25./26. Dezember |
Februar |
|
3 |
26./27. Dezember |
März |
|
4 |
27./28. Dezember |
April |
|
5 |
28./29. Dezember |
Mai |
|
6 |
29./30. Dezember |
Juni |
|
7 |
30./31.Dezember |
Juli |
|
8 |
31. Dezember/1. Januar |
August |
|
9 |
1./2. Januar |
September |
|
10 |
2./3. Januar |
Oktober |
|
11 |
3./4. Januar |
November |
|
12 |
4./5. Januar |
Dezember |
Schreibe den zugeordneten Monat über deinen Eintrag.
Ich finde den Gedanken wunderschön, dieses Buch im folgenden Jahr weiterzuführen. Lies die Aufzeichnungen am Anfang oder Ende des jeweiligen Monats noch einmal.
Was fällt dir auf? Hat ein Traumbild inzwischen eine andere Bedeutung bekommen? Erkennst du ein Thema wieder?
Vielleicht entdeckst du einen Wunsch, den du längst aus dem Blick verloren hattest.
Und manchmal bleibt ein Traum einfach ein Traum.
Ein unangenehmer Traum ist keine Ankündigung, dass im zugeordneten Monat etwas Schlimmes geschehen wird. Die Monatszuordnung gehört zur spirituellen Deutung und ist keine verlässliche Zukunftsvorhersage.
Schritt 6: Öffne deinen dreizehnten Wunsch
Nach zwölf Ritualabenden ist ein Zettel übrig.
Am 6. Januar nehmen wir uns Zeit, ihn zu öffnen und die Rauhnächte bewusst abzuschließen.
In der Deutung des Rituals ist es der Wunsch, um dessen Verwirklichung du dich selbst kümmern sollst.
Frage dich:
- Welcher Teil dieses Wunsches liegt in meiner Hand?
- Was könnte mein erster kleiner Schritt sein?
- Welche Unterstützung brauche ich?
- Was lässt sich dabei nicht erzwingen?
Wenn dein Wunsch mehr Ruhe ist, könnte dein erster Schritt eine konkrete Absprache für eine regelmäßige Pause sein.
>Für finanzielle Rücklagen wäre dagegen ein realistischer Sparplan ein Anfang.
Und um mit deinem Projekt sichtbar zu werden, könntest du deinen ersten Beitrag veröffentlichen.
Allerdings hängen manche Wünsche auch von anderen Menschen und Umständen ab.
Und damit zurück zu meinen Rauhnächten 2023. Ich schulde dir schließlich noch das Ende dieser Geschichte.
Der Wunsch, der bei meinem Partner übrig blieb
Am Ende unseres Wünsche-Rituals öffnete mein Partner seinen letzten Zettel.
Darauf stand:
„Ich wünsche mir eine Tochter.“
Das hat mich wirklich überrascht.
Mich durchfluteten so viele Gefühle, denn nach allem, was in der Silvesternacht passiert war, wurde mir bewusst: Diesen Wunsch hatte er schon vorher aufgeschrieben.
An diesem letzten Tag der Rauhnächte nahm ich mir Zeit für ein eigenes Ritual.
Ich zündete eine Kerze an, räucherte den Raum und meditierte. Ich ließ mich auf dieses Gefühl ein, das mich seit den Erzählungen und dem Traum meines Partners begleitete.
Dann sprach ich zu dieser Seele. Sinngemäß sagte ich:
Ich bemerke, dass du dich auf unterschiedliche Weise zeigst. Bei mir selbst ist das nicht passiert, und trotzdem fühle ich mich angesprochen. Wenn du dir für dieses Leben wünschst, dass ich deine Mutter bin, dann hast du ein Ja von mir.
Danach pustete ich die Kerze aus.
Und ließ los.
Der Abschied von meinem Vater
Kurze Zeit später starb mein Vater.
Er war seit vielen Jahren krank gewesen. Trotzdem ging es am Ende erschreckend schnell und anders, als wir erwartet hatten.
Als meine Schwester mich informierte, dass er im Sterben lag, fuhr ich sofort los. Drei Stunden Fahrt lagen vor mir.
Ich schaffte es nicht rechtzeitig.
Meine Schwester rief mich unterwegs an. Ich fuhr weiter.
Als ich bei ihm ankam, lag er auf dem Sterbebett. Ich hielt seine Hand.
Unser Verhältnis war über Jahre schwierig gewesen. Wir hatten uns auf Familienfeiern gesehen, uns zur Begrüßung die Hand gegeben. Viel Nähe hatte es zwischen uns nicht mehr gegeben.
Und dort, an seinem Bett, wurde plötzlich alles weich.
Ich sagte ihm liebevolle Dinge. Ich vergab ihm. Bedankte mich. Die Worte kamen, ohne dass ich sie vorher sortieren oder überlegen konnte. Für mich fühlte es sich an, als spräche etwas durch mich hindurch.
Und dann hörte ich mich sagen:
„Papa, du glaubst es nicht, ich werde ein Baby bekommen.“
Ich erschrak über meine eigenen Worte.
Woher kam dieser Satz?
Zwei Wünsche, ein neues Leben und ganz viel Frieden
Zwei Wochen später war ich schwanger.
Später erfuhren wir: Es war ein Mädchen.
Bis heute bewegt mich diese Verbindung aus Wünschen, Begegnungen, Abschied und neuem Leben.
Für mich fühlte es sich an, als hätte sich unsere Tochter schon vorher angekündigt.
Und mein Vater war in meiner Geschichte der Erste, dem ich von meinem Mutterwerden erzählt hatte. Noch bevor ich selbst wusste, dass ich Mutter werden würde.
Nach all den schwierigen Jahren hatte dieser Abschied so viel Frieden in mir hinterlassen.
Ich erzähle dir das als meine persönliche Erfahrung. Ich kann daraus keine allgemeine Erklärung und kein Versprechen machen.
Für mich gehört diese Geschichte zu den tiefsten Erfahrungen meines Lebens.
Vielleicht denkst du gerade an jemanden, den du verloren hast. An einen Wunsch, den du kaum auszusprechen wagst. Oder an einen Moment, der sich bis heute keiner vernünftigen Erklärung fügen möchte.
Solche Erlebnisse bleiben manchmal jahrelang in uns lebendig.
Meines tut das.
Und vielleicht fragst du dich noch, was denn auf meinem Zettel stand:
„Ich habe erfolgreich mit dem Rauchen aufgehört“
Mit dem positiven Schwangerschaftstest hörte ich mit dem Rauchen auf. Genau das war der Wunsch gewesen, der bei mir am Ende der Rauhnächte übrig geblieben war. Sein Wunsch und meiner hatten sich zeitgleich erfüllt.
Vielleicht hat meine Geschichte etwas in dir bewegt und dir den Impuls gegeben, die Rauhnächte selbst auszuprobieren. Natürlich waren nicht alle meine Rauhnächte so bewegend wie diese.
Heute sieht es mit Kind einfach anders aus, aber die Rauhnächte sind für uns nach wie vor ein fester Bestandteil dieser besonderen Zeit im Jahr.
Innenkehr im Familienalltag

Was die Rauhnächte für mich besonders macht, ist die bewusste Hinwendung nach innen.
Dafür kann es helfen, Außenreize etwas zu reduzieren.
Das Handy abends früher weglegen. Zwischen zwei Verabredungen einen freien Nachmittag lassen. Beim Aufräumen einmal keinen Podcast hören und wahrnehmen, welche Gedanken auftauchen.
Als Mutter lässt sich vermutlich nicht einfach beschließen, dass ab jetzt alle Tage ruhig verlaufen.
Das Familienleben hat gelegentlich andere Pläne. Sehr laut vorgetragene Pläne.
Deshalb würde ich die ruhigen Momente konkret absprechen und die Materialien vorbereiten. Das ausführlichere Räuchern lässt sich anders organisieren als eine kurze Journaleinheit.
An einem vollen Tag können ein Wunschzettel und ein paar ehrliche Sätze der Kern deines Rituals sein. An einem ruhigeren Abend entsteht vielleicht mehr Raum.
Diese Rauhnächte Anleitung soll dir einen Einstieg geben, der auch nach Weihnachten noch in dein echtes Leben passt.
Häufige Fragen zur Rauhnächte Anleitung
Muss ich meine Wünsche genau am 21. Dezember aufschreiben?
Nein. Der 21. Dezember ist mein persönlicher Vorbereitungstag.
Für diesen Ablauf sollten deine dreizehn Zettel vor dem ersten Ritualabend fertig sein. Wähle dafür einen Moment, in dem du dich wirklich mit deinen Wünschen beschäftigen kannst.
Was mache ich, wenn ich einen Wunschzettel vergessen habe?
Das ist kein Beinbruch und kein Weltuntergang.
Ich würde den vergessenen Wunsch im Laufe des nächsten Tages verbrennen. Wenn du erst am nächsten Ritualabend dazu kommst, ziehst du zwei Zettel und verbrennst sie nacheinander ungelesen: einen für den ausgelassenen Abend und einen für den aktuellen.
So bleiben es insgesamt zwölf verbrannte Wünsche und ein übrig gebliebener Zettel.
Das ist eine praktische Möglichkeit zum Nachholen, keine überall vorgeschriebene Regel. Eine Unterbrechung ist kein schlechtes Zeichen. Mit Kind lässt sich ein Abend gelegentlich schlicht nicht so gestalten, wie er geplant war.
Was ist, wenn ich mich an keinen Traum erinnere?
Dann notiere das einfach. Vielleicht kannst du stattdessen dein Gefühl beim Aufwachen beschreiben.
Warst du ruhig, angespannt, traurig oder voller Energie?
Es muss nicht jede Nacht eine Botschaft liefern.
Brauche ich ein fertiges Rauhnächte-Set?
Nein. Für Wünsche und Journal kannst du vorhandene Materialien nutzen. Zubehör für Feuer und Räuchern sollte für die jeweilige Anwendung geeignet sein.
Ich selbst bestelle gern ein Paket, weil ich die unterschiedlichen Räucherstoffe und die vorbereitete Zusammenstellung schätze. Das gehört für mich zur Vorfreude.
Wenn du ebenfalls ein Set möchtest, schau dir die Bestandteile an und entscheide, was zu dir passt.
[AFFILIATE-LINK: empfohlenes Rauhnächte-Set]
Können die Rauhnächte meine Wünsche erfüllen?
Für eine garantierte Wunscherfüllung durch die Rauhnächte gibt es keinen belastbaren Nachweis.
Meine persönliche Erfahrung hat für mich trotzdem eine große Bedeutung. Rituale können ein Anlass sein, Wünsche klarer wahrzunehmen und bewusste Entscheidungen zu treffen.
Ich begegne dieser Zeit mit Vertrauen. Gleichzeitig weiß ich, dass ich nicht alles steuern kann, was das Leben bringt.
Beides hat für mich nebeneinander Platz.
Fazit: Zwölf Nächte, dreizehn Wünsche und ein Ja

Für deine Rauhnächte brauchst du keinen freien Kalender. Mit dreizehn Wunschzetteln, einer Kerze und einem Journal kannst du beginnen. Dazu kommen für mich das Räuchern und mein schlichtes Glas, das mich seit Jahren begleitet.
Zwölf Wünsche lässt du nach und nach los. Einer bleibt bei dir. Vielleicht bringt gerade dieser Zettel dich dazu, einer Sehnsucht endlich zuzuhören, die zwischen Wäschebergen und „Mama, komm mal!“ ziemlich leise geworden ist.
Falls du direkt hierhergescrollt bist: Weiter oben erzähle ich dir, wie der Wunsch meines Partners, ein unerwarteter Traum, ein Satz beim Abschied von meinem Vater und meine spätere Schwangerschaft miteinander verbunden sind. Diese Geschichte wirkt bis heute in mir nach und erklärt, warum die Rauhnächte mir so viel bedeuten.
Wenn du dir deine Materialien gern vorbereitet zusammenstellen möchtest, findest du hier das ausgewählte Rauhnächte-Set. Meine kostenlose Anleitung und das persönliche Glasritual stehen weiter oben.
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Und dann nimm dir ein Blatt Papier und schreib auf:
Was wünsche ich mir wirklich, wenn ich mich traue, ehrlich zu sein?
Vielleicht beginnt genau dort dein eigenes Ja.
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